Was ist Salsa?

DIE GEBURTSSTUNDE DER SALSA



Die Kenner stimmen in einem überein: Der Begriff «Salsa» ist eine kommerzielle Erfindung. Als das Plattenlabel «Fania» in den früheren 70er Jahren seinen Musikern ein markanteres Profil geben wollte, benötigte es einen einfachen, treffenden Begriff, mit dem es möglich war, das Produkt sofort zu identifizieren. Früher wurden Begriffe wie «bembe, amor» (Liebe), «sabor» (Geschmack), «fuego» (Feuer) und weitere Begriffe aus der Umgangssprache der Latinos benutzt, um emotional und rhythmisch den Latino-Songs einen Namen zu geben. Nun, man einigte sich zum Begriff «Salsa».

«Salsa» als Bezeichnung für eine bestimmte Musikrichtung, war in der karibischen Musikgeschichte schon früh präsent: die Musikwissenschaftler gehen davon aus, dass sie zuerst bei Festen von schwarzen Sklaven auftauchte. Dies überrascht nicht, zumal auf diesem Flecken der Erde Musik und Tanz immer mit sozialer Kommunikation und dem Essen verbunden war.

Als Ignacio Pineiro 1928 in einem seiner Lieder die Phrase „echale Salsita“ (nimm ein bisschen Sauce) verwendete, deutete er damit den Ohrenschmaus an, der aus dem harmonischen Miteinander einer Vielzahl von Instrumenten entsteht. Eine aufregende instrumentale «Sose» sollte es sein, welche half, harte Realität und Alltag zu bewältigen.




SALSA – AMALGAM DER RHYTMEN



Für die meisten Zuhörer ist eine «Pachanga», ein «Son», eine «Rumba», eine «Plena» oder ein «Guaguanco» alles Salsa; der «ChaChaCha», die «Guajira», der «Mambo», die «Bomba», der «Bolero» und der «Boogaloo» sind ebenfalls Salsa. Manchmal werden sogar die venezolanische «Gaita», der «Merengue» aus der Dominikanischen Republik und die kolumbianische «Cumbia» mit der Salsa vereint.


Da die «Salsa» eine Verschmelzung von Stilen und eine freie und nicht-reglementierte Musik ist, ist sie fähig, sich wohin auch immer zu verbreiten. Sie soll Tribut an alle Götter, ohne sich auch nur einem unterzuordnen, da ihr einziges Ziel der ewige Tanz, ein profanes, wildes Vergnügen ist. So bietet Salsa etwas für jedes Alter und jeden Geschmack: Salsa allein zum Tanzen (obwohl letztendlich auf jedes Stück getanzt werden kann); Salsa, die Geschichten erzählt, Klatsch und Tratsch oder Schelmenmärchen; Salsa, die romantisch, sentimental, intim, erotisch ist; Salsa, die rebellisch, nonkonformistisch, antiautoritär und antikolonialistisch ist; experimentelle Salsa; religiöse, mystische Salsa, die die «santeria» als Grundlage hat. Da Salsa all das unter einem Dach vereint und aufgrund der Emotionen du Energie, die sie weckt, hilft Salsa den Armen, ein Identitätsgefühl zu entwickeln. In Panama-Stadt oder in Portobelo (Panama), in Caracas oder Maracaibo (Venezuela), in Guayaquil (Ecuador) oder in Santo Domingo (Dominikanische Republik). Sie wird gerne gehört und verehrt, sei es in Cali oder Barranquilla (Kolumbien), in San Juan, Santurce oder Ponce (Puerto Rico), in Lima (Peru), in Miami oder East Harlem. Aber nicht nur in den Städten, auch auf dem Land befinden sich Menschen, welche sich der Salsa verschrieben haben. Über 80 Millionen sind es wohl schon, welche das schwarze Erbe beim kleinsten Klang bewegt.